Christian Pudzich

Stu­die: Insta­bi­les Ein­kom­men ist unge­sund

23. 05. 2023

Lesedauer: 3 Minuten

Eine man­geln­de finan­zi­el­le Absi­che­rung kann sich auf die kör­per­li­che Gesund­heit von Beschäf­tig­ten nega­tiv aus­wir­ken. Zu die­sem Ergeb­nis kam eine neue Stu­die der Emly­on Busi­ness School.

Arbeit­neh­mer, die über Insta­bi­li­tät in ihrem Ein­kom­men berich­ten, kla­gen häu­fi­ger über Schlaf­lo­sig­keit, Kopf­schmer­zen und Magen­pro­ble­me. Dies fand eine Stu­die, die von Gor­don Say­re, Pro­fes­sor für Orga­ni­sa­ti­ons­ver­hal­ten an der Emly­on Busi­ness School durch­ge­führt und im Jour­nal of Appli­ed Psy­cho­lo­gy ver­öf­fent­licht wur­de, her­aus. Die Umfra­ge befass­te sich mit den Aus­wir­kun­gen der Lohn­vo­la­ti­li­tät auf die Gesund­heit von Gig-Arbei­tern* und denen, die auf Trink­gel­der ange­wie­sen sind.

Say­re führ­te drei sepa­ra­te Stu­di­en durch, in denen 375 Gig-Worker über drei Wochen, 85 Trink­gel­d­ar­bei­ter pro Tag für zwei Wochen und 252 höher bezahl­te Ange­stell­te in den Berei­chen Ver­trieb, Finan­zen und Mar­ke­ting über zwei Mona­te befragt wur­den. Die Ergeb­nis­se: Arbeit­neh­mer, die eine vola­ti­le­re Bezah­lung erhiel­ten, zeig­ten mehr gesund­heit­li­che Sym­pto­me wie Kopf­schmer­zen, Rücken­schmer­zen und Magen­pro­ble­me.

Dass Arbeit­neh­mer mit einem insta­bi­len Ein­kom­men mehr dar­auf bedacht sind, über die Run­den zu kom­men, und sich Gedan­ken über ihre per­sön­li­chen Finan­zen machen, liegt auf der Hand. „Der Umgang mit einem insta­bi­len Ein­kom­men bedeu­tet, nie zu wis­sen, wie viel Geld Sie in einer bestimm­ten Woche oder einem bestimm­ten Monat ver­die­nen wer­den, und die­se Unsi­cher­heit macht es schwie­rig, mit den gewöhn­li­chen Aus­ga­ben fer­tig zu wer­den“, erklärt Say­re.

Die Unter­su­chung ergab zudem auch, dass Arbeit­neh­mer, die auf Trink­gel­der ange­wie­sen sind, wie Restau­rant­kell­ner, Fri­seu­re und Bar­per­so­nal, sich an Tagen, an denen sie mehr Geld ver­dien­ten, kör­per­lich nicht bes­ser fühl­ten.

Eine Sache, die Gig- und Trink­gel­d­ar­bei­ter gemein­sam haben, ist laut der Stu­die, dass sie oft über ein unter­durch­schnitt­li­ches Ein­kom­men ver­fü­gen. Dies wer­fe die Fra­ge auf, ob die schäd­li­chen Aus­wir­kun­gen ein­fach auf nied­ri­ge Löh­ne zurück­zu­füh­ren sei­en und nicht auf ein insta­bi­les Ein­kom­men an sich.

Die Ergeb­nis­se der drit­ten Stu­die über Arbeit­neh­mer in den Berei­chen Ver­trieb, Finan­zen und Mar­ke­ting, in denen Pro­vi­sio­nen und Boni üblich sind, zeig­ten jedoch, dass die Aus­wir­kun­gen zwar nicht so stark sind, die­se Beschäf­tig­te aber immer noch gesund­heit­li­che Pro­ble­me haben.

Say­re emp­fiehlt den Unter­neh­men, sorg­fäl­tig abzu­wä­gen, ob die wahr­ge­nom­me­nen Vor­tei­le einer leis­tungs­ori­en­tier­ten Lohn­po­li­tik, die zu Insta­bi­li­tät führt, die Kos­ten für die Gesund­heit der Arbeit­neh­mer über­wie­gen. Statt­des­sen soll­ten sie ver­su­chen, ein Gleich­ge­wicht zu fin­den, indem sie die Abhän­gig­keit der Arbeit­neh­mer von vola­ti­len Lohn­for­men ver­rin­gern und statt­des­sen ein sub­stan­zi­el­le­res Grund­ge­halt anbie­ten. (mim)

* Die Gig Eco­no­my beschreibt einen Bereich des Arbeits­markts, bei dem klei­ne Auf­trä­ge kurz­fris­tig an Selb­stän­di­ge, Frei­be­ruf­ler oder gering­fü­gig Beschäf­tig­te ver­ge­ben wer­den. Die Ver­mitt­lung zwi­schen Auf­trag­ge­ber und Auf­trag­neh­mer über­nimmt meist eine Online­platt­form. Die­se legt auch die Rah­men­be­din­gun­gen fest und behält eine Pro­vi­si­on für ihre Dienst­leis­tung ein.

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