Christian Pudzich

Siche­res Dru­cken: 5 Tipps, die jeder berück­sich­ti­gen soll­te

12. 01. 2024

Lesedauer: 7 Minuten

Ob Gehalts­ab­rech­nun­gen, Ver­trä­ge, Per­so­nal­ak­ten oder Kor­re­spon­den­zen: Wenn ver­trau­li­che Doku­men­te in fal­sche Hän­de gelan­gen, kann das schwer­wie­gen­de Fol­gen für die Betrof­fe­nen und das Unter­neh­men haben. FACTS frag­te Patrick Bisch­off, Direc­tor Mar­ke­ting & Stra­tegy für Digi­tal Prin­ting & Solu­ti­ons bei Canon Deutsch­land, nach Tipps für siche­res Dru­cken.

Der unter­schrift­rei­fe Ver­trag soll noch ein letz­tes Mal von der Fach­ab­tei­lung geprüft wer­den. Dazu druckt die Mit­ar­bei­te­rin das sei­ten­star­ke Doku­ment auf dem Mul­ti­funk­ti­ons­sys­tem aus. Die­ses steht natür­lich nicht am Schreib­tisch, son­dern im Kopier­raum auf den Flur.

Per Maus­klick wird der Druck­auf­trag gestar­tet, doch auf dem Weg zum Dru­cker pas­siert es: Die Abtei­lungs­lei­tung fängt die Mit­ar­bei­te­rin auf dem Flur ab und ver­wi­ckelt sie in ein kur­zes Gespräch – wäh­rend das ver­trau­li­che Doku­ment bereits im Aus­ga­be­fach war­tet und hier von der Mar­ke­ting-Kol­le­gin, die gera­de eine Anzei­ge kopie­ren möch­te, gefun­den wird.

Die­se Fäl­le pas­sie­ren in deut­schen Unter­neh­men fast täg­lich und stel­len eine Ver­let­zung des Daten­schut­zes dar. Oft blei­ben die­se Fäl­le unbe­merkt – das ist die Krux beim The­ma IT-Sicher­heit, wie auch eine Stu­die des Bit­kom bestä­tigt: 67 Pro­zent der deut­schen Unter­neh­men haben in den letz­ten zwei Jah­ren einen Cyber­an­griff erlebt und das größ­te Risi­ko geht von den eige­nen Mit­ar­bei­tern aus.


„Der Dru­cker wird in der IT-Sicher­heits­stra­te­gie vie­ler Unter­neh­men lei­der immer noch über­se­hen“

Patrick Bisch­off, Direc­tor Mar­ke­ting & Stra­tegy, Digi­tal Prin­ting & Solu­ti­ons, Canon Deutsch­land GmbH



Dru­cker und MFP wer­den bei IT-Sicher­heit oft über­se­hen

Durch die Zunah­me von Home­of­fice bzw. mobi­le Working hat sich die Situa­ti­on noch ver­schärft: Anwen­der dru­cken Doku­men­te vom pri­va­ten Dru­cker daheim aus. Dem Vor­teil der unmit­tel­ba­ren Ver­füg­bar­keit des aus­ge­druck­ten Doku­ments ste­hen poten­zi­el­le Pro­ble­me bei der Ein­hal­tung des Daten­schut­zes sowie bei der Sicher­heit des häus­li­chen Netz­werks gegen­über. Glei­ches gilt für das Scan­nen.

„Der Dru­cker wird in der IT-Sicher­heits­stra­te­gie vie­ler Unter­neh­men lei­der immer noch über­se­hen“, sagt Patrick Bisch­off von Canon Deutsch­land. „Eine von uns durch­ge­führ­te Stu­die hat erge­ben, dass mehr als die Hälf­te der dar­in befrag­ten Büro­an­ge­stell­ten regel­mä­ßig Zugriff auf Doku­men­te und Infor­ma­tio­nen hat, die nicht für sie bestimmt sind. Oft geschieht dies, weil sen­si­ble Unter­la­gen im Aus­ga­be­fach des Dru­ckers lie­gen blei­ben.“

Wie kann man also siche­res Dru­cken gewähr­leis­ten und die Anfor­de­run­gen der Daten­schutz­grund­ver­ord­nung (DSGVO) erfül­len? Bisch­off ver­rät fünf Tipps, um die Sicher­heit beim Scan­nen, Dru­cken und Kopie­ren zu erhö­hen und die Risi­ken einer Daten­schutz­ver­let­zung zu mini­mie­ren.

1. Lösun­gen zur Authen­ti­fi­zie­rung

Eine ein­fa­che und effek­ti­ve Metho­de, um zu ver­mei­den, dass Doku­men­te unbe­auf­sich­tigt im Dru­cker lie­gen, ist das soge­nann­te Pull Prin­ting. Dabei wird der Druck­auf­trag an einen geschütz­ten Print­ser­ver gesen­det und erst dann aus­ge­führt, wenn der Nut­zer sich am Dru­cker authen­ti­fi­ziert.

Das kann zum Bei­spiel mit einem PIN-Code, einer Chip­kar­te oder einem Fin­ger­ab­druck­scan­ner gesche­hen. So wird sicher­ge­stellt, dass nur der berech­tig­te Nut­zer sei­ne Doku­men­te erhält und kei­ne ver­trau­li­chen Infor­ma­tio­nen in fal­sche Hän­de gera­ten.

„Pull Prin­ting ist eine der wich­tigs­ten Funk­tio­nen für siche­res Dru­cken, die wir unse­ren Kun­den emp­feh­len“, sagt Bisch­off. „Es ist nicht nur gut für die Daten­si­cher­heit, son­dern auch für die Umwelt und die Kos­ten, da Fehl­dru­cke ver­mie­den wer­den. Das spart Papier und Tin­te.“

2. Ver­schlüs­se­lung und Löschung

Neben dem phy­si­schen Schutz der Doku­men­te ist es auch wich­tig, die digi­ta­len Daten auf dem Dru­cker zu schüt­zen. Denn moder­ne Dru­cker und Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rä­te ver­fü­gen über Fest­plat­ten oder Spei­cher­chips, auf denen tem­po­rär oder dau­er­haft Daten gespei­chert wer­den. Die­se Daten kön­nen von Hackern oder ande­ren Unbe­fug­ten aus­ge­le­sen oder mani­pu­liert wer­den, wenn sie nicht aus­rei­chend gesi­chert sind.

Um das zu ver­hin­dern, soll­te man dar­auf ach­ten, dass die Daten auf dem Dru­cker ver­schlüs­selt wer­den. Außer­dem soll­te man regel­mä­ßig die Daten auf dem Dru­cker löschen oder über­schrei­ben, vor allem wenn der Dru­cker aus­ge­tauscht oder ent­sorgt wird. „Vie­le unse­rer Dru­cker haben eine Funk­ti­on, die auto­ma­tisch die Daten auf dem Dru­cker löscht, nach­dem sie ver­ar­bei­tet wur­den“, erklärt Bisch­off. „Das ist eine ein­fa­che und effek­ti­ve Mög­lich­keit, die Daten­si­cher­heit zu erhö­hen.“

3. Admi­nis­tra­tor­pass­wort und Firm­ware-Updates

Ein wei­te­rer Aspekt, der oft ver­nach­läs­sigt wird, ist die Absi­che­rung des Dru­ckers gegen unbe­fug­ten Zugriff. Vie­le Dru­cker haben stan­dard­mä­ßig kein oder ein schwa­ches Admi­nis­tra­tor­pass­wort, das leicht zu erra­ten oder zu kna­cken ist. Das ermög­licht es Angrei­fern, die Ein­stel­lun­gen des Dru­ckers zu ändern, die Daten aus­zu­le­sen oder Schad­soft­ware zu instal­lie­ren. Daher soll­te man immer ein indi­vi­du­el­les und star­kes Admi­nis­tra­tor­pass­wort für den Dru­cker fest­le­gen und die­ses regel­mä­ßig ändern.

Zudem soll­te man dar­auf ach­ten, dass die Firm­ware des Dru­ckers immer auf dem neu­es­ten Stand ist. Die Firm­ware ist die Soft­ware, die den Dru­cker steu­ert und mit dem Netz­werk kom­mu­ni­ziert. Wenn sie ver­al­tet ist, kann sie Sicher­heits­lü­cken auf­wei­sen, die Hacker aus­nut­zen kön­nen. Um das zu ver­mei­den, soll­te man die Firm­ware regel­mä­ßig aktua­li­sie­ren oder die auto­ma­ti­sche Update-Funk­ti­on akti­vie­ren, die vie­le Dru­cker bie­ten. „Die auto­ma­ti­schen Firm­ware-Updates sind eine wich­ti­ge Funk­ti­on für die Druck­si­cher­heit, die wir unse­ren Kun­den emp­feh­len“, berich­tet Bisch­off. „Sie sor­gen dafür, dass der Dru­cker immer über die neu­es­ten Sicher­heits­funk­tio­nen ver­fügt und vor neu­en Bedro­hun­gen geschützt ist.“

4. Auf­klä­ren

Wie bereits erwähnt, sind es oft nicht tech­ni­sche Aspek­te, die siche­res Dru­cken gefähr­den, son­dern die eige­nen Mit­ar­bei­ter einer der Haupt­grün­de für Ver­stö­ße bei der Doku­men­ten­si­cher­heit. Hier hilft es, anhand von Schu­lun­gen die Mit­ar­bei­ter für das The­ma zu sen­si­bi­li­sie­ren. Dies kann etwa über regel­mä­ßi­ge Pos­tings im Intra­net oder Schu­lun­gen zum The­ma gesche­hen.

„Die Mit­ar­bei­ten­den sind sich über die Risi­ken, die beim Dru­cken im Home­of­fice ent­ste­hen, nicht immer bewusst“, meint Bisch­off. „Hier kann der Daten­schutz­be­auf­trag­te oder HR aber im Rah­men von regel­mä­ßi­gen Infor­ma­tio­nen zum The­ma IT-Sicher­heit auch die The­men Dru­cken, Scan­nen und Kopie­ren behan­deln.“

5. Cloud-Diens­te und Remo­te UI

Schließ­lich kann man die Druck­si­cher­heit auch erhö­hen, indem man die Cloud und das Remo­te UI nutzt. Die Cloud ist ein Online-Spei­cher- und Ver­wal­tungs­dienst, der es ermög­licht, Doku­men­te sicher und ein­fach zu spei­chern, abzu­ru­fen und zu tei­len. Das Remo­te UI ist eine web­ba­sier­te Benut­zer­ober­flä­che, die es ermög­licht, den Dru­cker aus der Fer­ne zu steu­ern und zu über­wa­chen.

Mit ver­schie­de­nen Cloud-Diens­ten kann man zum Bei­spiel Doku­men­te direkt aus der Cloud dru­cken oder in die Cloud scan­nen, ohne einen PC zu ver­wen­den. Das ist nicht nur prak­tisch, son­dern auch siche­rer, da die Daten ver­schlüs­selt über­tra­gen wer­den und man sich mit einem Pass­wort oder einem ande­ren Ver­fah­ren authen­ti­fi­zie­ren muss. Außer­dem kann man so den Papier­ver­brauch redu­zie­ren, indem man nur die Doku­men­te druckt, die man wirk­lich braucht.

Mit dem Remo­te UI kann man etwa den Dru­cker­sta­tus, die Toner­stän­de, die Job­pro­to­kol­le oder die Ein­stel­lun­gen über­prü­fen und ändern, ohne den Dru­cker phy­sisch zu berüh­ren. Bei der Ver­wen­dung der Canon Print Busi­ness App ist es auch mög­lich, von mobi­len Gerä­ten (iOS/Android) remo­te auf die iR-ADV DX-Sys­te­me zuzu­grei­fen – mit einer 1:1‑Abbildung des Bedien­felds. Das ist nicht nur bequem, son­dern auch hygie­ni­scher, da man den Kon­takt mit dem Dru­cker mini­miert. Außer­dem kann man so die Druck­ak­ti­vi­tä­ten über­wa­chen und kon­trol­lie­ren, um mög­li­che Sicher­heits­pro­ble­me zu erken­nen und zu behe­ben.

„Cloud-Diens­te und Remo­te UI sind moder­ne Funk­tio­nen, die das Dru­cken ein­fa­cher und siche­rer machen“, sagt Bisch­off. „Sie ermög­li­chen es, Doku­men­te fle­xi­bel und effi­zi­ent zu ver­wal­ten und den Dru­cker aus der Fer­ne zu steu­ern und zu über­wa­chen.“

Fazit: Siche­res Dru­cken

Siche­res Dru­cken ist ein wich­ti­ger Aspekt für jedes Unter­neh­men, das per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten ver­ar­bei­tet und schüt­zen muss. Mit den rich­ti­gen Dru­ckern und den rich­ti­gen Ein­stel­lun­gen kann man die Druck­si­cher­heit erhö­hen und die Risi­ken mini­mie­ren. Eine detail­lier­te Anlei­tung zur Sicher­heits­op­ti­mie­rung für unter­schied­li­che Anwen­dungs­um­ge­bun­gen stellt Canon hier zur Ver­fü­gung.

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