Graziella Mimic

Gene­ra­ti­on Z: Digi­tal Nati­ves gewin­nen und hal­ten

15. 08. 2023

Lesedauer: 6 Minuten

Gene­ra­ti­on Z hat gute Kar­ten. In vie­len Bran­chen ist der Fach­kräf­te­man­gel in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu einem aku­ten Pro­blem gewor­den. Die Moti­va­ti­on und Ein­bin­dung der Gene­ra­ti­on Z, auch bekannt als die “Digi­tal Nati­ves”, stellt eine der viel­ver­spre­chends­ten Lösun­gen für die­ses Pro­blem dar. Zur Gene­ra­ti­on Z zählt man in der Regel die­je­ni­gen, die zwi­schen 1995 und 2010 gebo­ren sind. Somit han­delt es sich dabei um die jüngs­ten Arbeits­kräf­te auf dem Markt.

Gene­ra­ti­on Z über­nimmt

Der Fach­kräf­te­man­gel hat ver­schie­de­ne Ursa­chen, die oft in Kom­bi­na­ti­on wir­ken und je nach Bran­che und Regi­on vari­ie­ren. Einer der Haupt­grün­de jedoch ist der demo­gra­fi­sche Wan­del: Die gebur­ten­star­ken Jahr­gän­ge, auch bekannt als die Baby­boo­mer-Gene­ra­ti­on, ver­ab­schie­den sich in den Ruhe­stand. Gleich­zei­tig ver­än­dern sich die Anfor­de­run­gen und Bedürf­nis­se der Unter­neh­men auf­grund der fort­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung und Tech­no­lo­gie­ent­wick­lung. Hier unter­schei­det sich die Gene­ra­ti­on Z deut­lich von den Vor­gän­ger­ge­ne­ra­tio­nen. Ihre Ange­hö­ri­ge brin­gen fri­sche Ideen und ein hohes Maß an tech­no­lo­gi­scher Kom­pe­tenz sowie Inno­va­ti­ons­geist mit sich.

Gene­ra­ti­on Z hat eige­ne Wer­te

„Die Gene­ra­ti­on Z umfasst Per­so­nen, die ab dem Jahr 1994 gebo­ren wur­den und ist daher cha­rak­te­ri­siert durch eige­ne Wer­te sowie spe­zi­fi­sche Ein­stel­lun­gen und Ver­hal­tens­wei­sen. Sie ist die ers­te Gene­ra­ti­on, die mit digi­ta­len Tech­no­lo­gien auf­ge­wach­sen ist. Selbst­ver­wirk­li­chung wird nicht mehr nur in der Arbeit gesucht, son­dern vor allem in der Frei­zeit und in sozia­len Kon­tak­ten“, erklä­ren die Ver­fas­ser des The­men­schwer­punkts „Gene­ra­ti­on Z – Die Arbeit­neh­mer von mor­gen“.

Das The­men­spe­cial ist Teil der jähr­lich durch­ge­führ­ten Stu­di­en „Recrui­ting Trends 2020“ und „Bewer­bungs­pra­xis 2020“ des Cent­re of Human Resour­ces Infor­ma­ti­on Sys­tems (CHRIS), im Auf­trag der Mons­ter World­wi­de Deutsch­land GmbH. CHRIS ist ein For­schungs­pro­jekt der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg (Prof. Dr. Tim Weit­zel) und der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg (Prof. Dr. Sven Lau­mer), das sich mit Chan­cen und Trends in Bezug auf den Ein­satz von IT in Per­so­nal­pro­zes­sen beschäf­tigt.

Die Gene­ra­ti­on Z unter­schei­det sich also von ihren Vor­gän­ge­rin­nen in eini­gen Aspek­ten. Eine effek­ti­ve Anspra­che die­ser Gene­ra­ti­on erfor­dert daher eine moder­ne, fle­xi­ble und tech­no­lo­gie­ori­en­tier­te Arbeits­um­ge­bung.

Gruppe erfolgreicher junger Leute am Labtop
Die Gene­ra­ti­on Z bringt fri­sche Ideen und ein hohes Maß an tech­no­lo­gi­scher Kom­pe­tenz sowie Inno­va­ti­ons­geist mit sich.

Gene­ra­ti­on Z moti­vie­ren

Unter­neh­men kön­nen ver­schie­de­ne Maß­nah­men ergrei­fen, um die Gene­ra­ti­on Z zu moti­vie­ren und für sich zu gewin­nen. Fol­gen­de Aspek­te sind für die jun­gen Mit­ar­bei­ten­den von zen­tra­ler Bedeu­tung.

Work-Life-Balan­ce

Die Gene­ra­ti­on Z strebt eine aus­ge­wo­ge­ne Work-Life-Balan­ce an, da sie Wert auf ihre Frei­zeit legt und Beruf und Pri­vat­le­ben mit­ein­an­der ver­ein­ba­ren möch­te. Unter­neh­men, die star­re Struk­tu­ren und lan­ge Arbeits­zei­ten auf­recht­erhal­ten, könn­ten es schwer haben, jun­ge Talen­te zu gewin­nen und zu hal­ten.

Sinn­stif­ten­de Arbeit

Die Gene­ra­ti­on Z legt gro­ßen Wert auf sinn­stif­ten­de Arbeit und die Mög­lich­keit, einen posi­ti­ven Ein­fluss auf die Gesell­schaft und die Umwelt aus­zu­üben. Unter­neh­men, die kei­ne kla­re Visi­on oder sozia­le Ver­ant­wor­tung zei­gen, könn­ten Schwie­rig­kei­ten haben, die Gene­ra­ti­on Z lang­fris­tig zu moti­vie­ren. Neben der Sinn­haf­tig­keit der Tätig­keit ist eben­falls ein ange­mes­se­nes Gehalt sehr wich­tig.

Tech­no­lo­gie­ori­en­tie­rung

Die Gene­ra­ti­on Z erwar­tet, dass Unter­neh­men fort­schritt­li­che Tech­no­lo­gien in ihren Arbeits­ab­läu­fen ein­set­zen. Unter­neh­men, die auf ver­al­te­te Tech­nik set­zen, könn­ten als rück­stän­dig wahr­ge­nom­men wer­den und dadurch Mit­ar­bei­ter ver­lie­ren. Moder­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel, die den Aus­tausch von Ideen erleich­tern, sind ein Muss, denn die Gene­ra­ti­on Z bevor­zugt eine offe­ne, trans­pa­ren­te und team­ori­en­tier­te Arbeits­kul­tur.

Wei­ter­bil­dung

Die För­de­rung von Wei­ter­bil­dung ist ein wei­te­rer Schlüs­sel­fak­tor, um die Gene­ra­ti­on Z zu moti­vie­ren. Sie schätzt lebens­lan­ges Ler­nen und ist offen für neue Her­aus­for­de­run­gen. Unter­neh­men, die ihren Mit­ar­bei­tern die Mög­lich­keit bie­ten, sich kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und neue Fähig­kei­ten zu erwer­ben, wer­den als attrak­ti­ve­re Arbeit­ge­ber wahr­ge­nom­men.

Unter­neh­mens­kul­tur

Die Eta­blie­rung einer star­ken Unter­neh­mens­kul­tur, die Viel­falt und Inklu­si­on för­dert, ist eben­falls von gro­ßer Bedeu­tung. Die Gene­ra­ti­on Z schätzt Diver­si­tät und Gleich­be­rech­ti­gung und erwar­tet, dass die­se Wer­te in den Unter­neh­men gelebt wer­den. Unter­neh­men, die nicht dar­auf ach­ten, eine viel­fäl­ti­ge Beleg­schaft zu för­dern und dis­kri­mi­nie­ren­de Prak­ti­ken zu ver­mei­den, könn­ten bei der Moti­va­ti­on die­ser Gene­ra­ti­on schei­tern.

Gruppe multiethnischer junger Leute der Generation Z
Die Gene­ra­ti­on Z schätzt Diver­si­tät und Gleich­be­rech­ti­gung und erwar­tet, dass die­se Wer­te in den Unter­neh­men gelebt wer­den.

Gene­ra­ti­on Z stellt Arbeit­ge­ber vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen

Die Gene­ra­ti­on Z kon­fron­tiert Arbeit­ge­ber mit eini­gen beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen, die sie unbe­dingt berück­sich­ti­gen müs­sen. So soll sie bei­spiels­wei­se über eine kür­ze­re Auf­merk­sam­keits­span­ne ver­fü­gen als die Vor­gän­ger­ge­ne­ra­tio­nen: Dies sei auf die Tat­sa­che zurück­zu­füh­ren, dass sie mit der stän­di­gen Ver­füg­bar­keit von Infor­ma­tio­nen und Unter­hal­tung auf­ge­wach­sen sei. „Der Gen Z wird eine gerin­ge Auf­merk­sam­keits­span­ne nach­ge­sagt. Womit unter ande­rem die Ablen­kung durch das Han­dy und ein­her­ge­hend sozia­le Medi­en gemeint sind“, erläu­tert die Hau­fe Aka­de­mie auf ihrem Online-Por­tal. „Wenn Arbeit­ge­ber die­sem Ver­hal­ten mit Ver­ständ­nis begeg­nen, kön­nen sie dar­aus Fähig­kei­ten ablei­ten, die ihrer Orga­ni­sa­ti­on zugu­te­kom­men kön­nen.“ Die Gen Z sei damit auf­ge­wach­sen, durch sozia­le Medi­en im ste­ti­gen Aus­tausch mit ande­ren zu ste­hen und sich stän­dig mit ande­ren zu ver­glei­chen.

Die Gene­ra­ti­on Z ist es gewohnt, schnell Feed­back und Aner­ken­nung für ihre Leis­tun­gen zu erhal­ten. Unter­neh­men, die über kei­ne kla­ren Feed­back-Mecha­nis­men und Aner­ken­nungs­pro­gram­me ver­fü­gen, könn­ten Schwie­rig­kei­ten haben, die Moti­va­ti­on und das Enga­ge­ment die­ser jun­gen Arbeits­kräf­te auf­recht­zu­er­hal­ten.

Im All­ge­mei­nen legt die Gene­ra­ti­on Z hohe Erwar­tun­gen an den Tag, denn sie ist von klein auf an eine Welt des Über­flus­ses und der stän­di­gen Inno­va­ti­on gewöhnt. Sie hegt hohe Ansprü­che an ihren Arbeits­platz, ihre Kar­rie­re und die Erfül­lung ihrer per­sön­li­chen Zie­le. Wer­den die­se Anfor­de­run­gen nicht erfüllt, sinkt die Moti­va­ti­on sehr schnell.

Die­se hohen Ansprü­che gehen mit einer gerin­gen Bin­dung zum Arbeit­ge­ber ein­her. “Die­se Gene­ra­ti­on ist nicht gekom­men, um lan­ge bei einem Arbeit­ge­ber zu blei­ben”, zitiert die Zeit online den Arbeits­markt­ex­per­ten Juli­an Stahl vom Online­netz­werk Xing. So sei­en 14 Pro­zent aktiv auf Job­su­che. Umge­kehrt mach­ten sich 65 Pro­zent kei­ne Sor­gen um ihre beruf­li­che Zukunft.

Junger Mann blickt aus dem Bürofenster
Die Gene­ra­ti­on Z hegt hohe Ansprü­che an ihren Arbeits­platz, ihre Kar­rie­re und die Erfül­lung ihrer per­sön­li­chen Zie­le.

Die spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se der Gene­ra­ti­on Z ver­ste­hen

Nichts­des­to­trotz ist es kein Ding der Unmög­lich­keit, die Gene­ra­ti­on Z zu moti­vie­ren. Es geht dabei dar­um, ihre spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se und Wer­te zu ver­ste­hen und ent­spre­chen­de Maß­nah­men zu ergrei­fen, um sie zu unter­stüt­zen und lang­fris­tig zu bin­den. Indem Unter­neh­men eine moder­ne, fle­xi­ble und wer­te­ori­en­tier­te Arbeits­kul­tur schaf­fen, kön­nen sie die Moti­va­ti­on und das Enga­ge­ment der Gene­ra­ti­on Z för­dern und von ihrem Inno­va­ti­ons­po­ten­zi­al pro­fi­tie­ren.

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